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Umbrüche in Nepal

Ihr habt es vermutlich in den Nachrichten gehört: Nach der Parlamentswahl im März gab es einen Regierungswechsel: Der 35-jährige Balendra Shah ist neuer Regierungschef. Auf ihm und seiner jungen Partei liegen nun viele Hoffnungen. Doch mit der neuen Regierung kommen auch viele einschneidende Veränderungen und damit Unsicherheit. Auch die Religionsfreiheit könnte betroffen sein.

Der Kinderheimleiter glücklich mit seinem neuen Arbeitsgerät

Durch den Wechsel gibt es auch für Amos und Doma, die christlichen Heimleiter des Hope Dolpa-Kinderheims, viele Schulungen. Wie sich die Neuerungen auswirken, wird sich im Laufe des nächsten Jahres zeigen. Dazu kommen rasant gestiegene Benzinpreise durch den Iran-Krieg und eine allgemein deutlich höhere Inflation. Der geplante Ausflug für die Kinder in den Chitwan-Nationalpark wird daher erst einmal verschoben.

Immerhin war es Amos möglich, einen neuen PC anzuschaffen, sodass er wieder gut und effizient arbeiten kann.

Die 15 Kinder haben im April ihr Schuljahr beendet und sind jetzt nach den Ferien schon wieder fleißig am Lernen. Ein Jugendlicher hat erfolgreich das College abgeschlossen. Zwei Jugendliche, die durch Paten  unterstützt werden, sind ins zweite Collegejahr gestartet.

 

Herzensanliegen und neues Projekt

Wie viele von euch wissen, ist es uns als Verein ein großes Anliegen, Menschen zu unterstützen, die schutzbedürftig und „vulnerabel“ sind. Das heißt, die aufgrund von Armut und anderen Faktoren besonders gefährdet sind, ausgenutzt oder benachteiligt zu werden.

In Nepal sind Menschenhandel und moderne Sklaverei leider traurige Realität. Das umfasst Arbeiter, die in anderen Ländern wie Sklaven schuften, während ihre Pässe einbehalten werden. Oder Nepalesen in abgeschiedenen Regionen, die so arm und wenig informiert sind, dass sie ihre Kinder Menschenhändlern überlassen, die ein besseres Leben in der Stadt versprechen. Dafür erhalten die Eltern etwas Geld. Sie wissen nicht, dass sie damit meist ihre Kinder in die Prostitution oder Arbeitssklaverei verkaufen.

Besonders Frauen, die dann in Rotlichtvierteln sexuell ausgenutzt werden, haben wenig Perspektive. Selbst wenn sie befreit werden und zurück könnten, haben sie oft keine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt anders zu bestreiten. Noch dazu ohne Ausbildung und zutiefst traumatisiert.

Dazu kommt, dass Frauen, die als Prostituierte gearbeitet haben, nicht mehr in ihre Familien zurückkehren können. Sie gelten als Schande und werden geächtet. Junge Frauen sind oft verzweifelt und sehen keinen Ausweg.

Diesen Kreislauf zu durchbrechen, ist uns seit Jahren ein wichtiges Anliegen. Ein Ansatz ist Aufklärung über die Taktiken von Menschenhändlern. So haben wir immer wieder Projekte unterstützt, die Menschen informieren, und helfen, aus der Armut herauszukommen. Ein anderer Ansatz ist, dass schutzbedürftige Kinder, die niemanden haben, nicht gewollt sind oder in krasser Armut leben,  an einen sicheren Ort kommen. Wie ins Dolpa-Kinderheim, wo sie Schutz und Geborgenheit finden sowie eine Ausbildung erhalten.

Doch darüber hinaus liegt uns hier besonders die Wiedereingliederung und Heilung von Frauen am Herzen, die aus Prostitution befreit wurden. Wir hatten schon mit Organisationen und einem Frauenhaus Kontakt aufgenommen, doch leider war bislang keine Zusammenarbeit zustande gekommen.

Jetzt sind einige wunderschöne Dinge passiert: Carlotta aus dem Vorstand machte sich gezielt auf die Suche nacheiner solchen Arbeit in Nepal. Und stieß auf Pawana: Sie brennt seit 17 Jahren dafür, ein solches Frauenhaus zu gründen. In der Woche, als Carlotta mit ihr Kontakt aufnahm, hatte sie um ein Zeichen gebetet, ob sie die  Vision loslassen soll oder ob noch etwas daraus wird. Perfektes Timing!

Pawana hat ein riesiges Herz für die Frauen und ist seit Jahren in Rotlichtvierteln unterwegs, um Kontakte zu knüpfen und Frauen Hilfe anzubieten. Sie hat selbst erlebt, wie Gott ihr Leben geheilt und ihr Zukunft gegeben hat. Mit einer großen Leidenschaft will sie jetzt genau das weitergeben und Frauen eine Perspektive auf Heilung und Neuanfang  schenken.

Pawana hat sehr konkrete Vorstellungen für ein Frauenhaus, Erfahrung als Sozialarbeiterin sowie ein großes Netzwerk. Bislang fehlten ihr Partner und Finanzierung. Hier können wir nun einsteigen.

Die Vision bekommt klare Konturen: Pawana hat die gemeinnützige Organisation Path of Hope gegründet und registriert. Ebenso hat sie ein Grundstück etwas außerhalb von Kathmandu gefunden, auf dem bald das Care Center gebaut werden soll.

Bauplan für das Frauenhaus

Uns beeindruckt immer wieder, wie traumasensibel Pawanas Pläne sind und was sie dabei alles im Blick hat: bauliche Maßnahmen, therapeutische Begleitung, Abschirmung von außen, um zu heilen, Beschäftigungen, Haustiere, Ausbildungsmöglichkeiten, Raum, um mit Kindern vor Ort zu leben.

Pawana hat auch Kontakte geknüpft zu Organisationen, die verschleppte Nepalesinnen aus indischen Bordellen befreien. Und es gibt schon eine weitere potenzielle Mitarbeiterin.

Wir sind begeistert, wie wunderbar alles geführt wurde und dass wir Teil dieser Story sein dürfen!

 

Wenn auch ihr Teil davon sein möchtet, nehmen wir euch gern mehr hinein in dieses neue, spannende Projekt. Kommt direkt auf uns zu. Oder zu einem der Infoabende, die wir bald veranstalten.  Natürlich könnt ihr auch jetzt schon spezifisch für das Frauenhaus spenden und es wird zukünftig die Möglichkeit von Patenschaften geben.

Danke für euer Interesse, Unterstützen und dass ihr mitwirkt, Perspektiven und Zukunft zu schenken!

Euch allen eine schöne Sommerzeit

 

Andrea Specht
und der Vorstand von für Nepal e.V.

www.fuernepal.de | kontakt@fuernepal.de